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FORSCHENDE

Die Wissenschaft des Prüfungsstresses: Warum Druck das Arbeitsgedächtnis kapert — und was wirklich hilft

3 die forschenden dahinterDas meiste, was Studierende über Prüfungen glauben — dass ein Blackout bedeutet, man habe nicht genug gelernt, dass Prokrastination Faulheit ist, dass

University of Chicago

Sian L. Beilock

Bekannt für:Experimentelle Arbeiten zum Choking under Pressure — wie Leistungsstress das Arbeitsgedächtnis verbraucht, auf dem gekonnte Leistung beruht

Zentrale Befunde

  1. 2005

    Leistungsdruck schadete nur Personen mit hoher Arbeitsgedächtniskapazität — und nur bei Matheaufgaben mit den höchsten Arbeitsgedächtnisanforderungen. Druck verbraucht die Kapazität, auf die die Fähigsten angewiesen sind.

  2. 2007

    Druckbedingte Sorgen können die Leistung bei Aufgaben mindern, die auf fluide Intelligenz zurückgreifen: Personen mit höherem Arbeitsgedächtnis, die normalerweise anspruchsvolle Strategien nutzen, verlieren ihren Vorteil, wenn Druck diese Kapazität beansprucht.

  3. 2011

    Eine zehnminütige expressive Schreibübung über die Prüfungssorgen, unmittelbar vor einer Klausur absolviert, verbesserte die Ergebnisse der Studierenden deutlich — mit dem größten Nutzen für gewohnheitsmäßig prüfungsängstliche Studierende.

University of Calgary

Piers Steel

Bekannt für:Die maßgebliche Metaanalyse der Prokrastinationsforschung und die temporale Motivationstheorie des Aufschiebens

Zentrale Befunde

  1. 2006

    Die temporale Motivationstheorie integriert Erwartung, Wert, Impulsivität und zeitlichen Abstand in ein Modell der Motivation über die Zeit: Der Sog einer Aufgabe schwächt sich ab, je ferner ihr Ertrag liegt — deshalb bewegen uns ferne Deadlines kaum, bis sie näher rücken.

  2. 2007

    Über 691 Korrelationen hinweg waren die starken, konsistenten Prädiktoren der Prokrastination Aufgabenaversion, zeitlicher Abstand, Selbstwirksamkeit und Impulsivität — und Schätzungen zufolge prokrastinieren 80-95 % der Studierenden, fast 50 % dauerhaft und problematisch.

Stanford University

Carol S. Dweck

Bekannt für:Implizite Intelligenztheorien — wie der Glaube an fixe oder formbare Fähigkeiten Motivation und Leistung prägt

Zentrale Befunde

  1. 1988

    Schlug mit Ellen Leggett vor, dass implizite Fähigkeitstheorien unterschiedliche Reaktionsmuster antreiben: Wer Fähigkeit als fix sieht, will sich beweisen und reagiert hilflos auf Rückschläge; wer sie als formbar sieht, orientiert sich an Lernen und Meisterschaft.

  2. 2007

    In einer zweijährigen Längsschnittstudie mit 373 Siebtklässlern sagte der Glaube an formbare Intelligenz steigende Mathenoten voraus, der Glaube an fixe Intelligenz eine flache Kurve — und eine kurze Intervention mit der formbaren Sicht verbesserte die Motivation im Unterricht und kehrte einen Notenabfall um.

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