FORSCHUNGSAKTE
Spectatoring-Hemmung
Spectatoring-Hemmung ist der sich selbst verstärkende Angstkreislauf, der entsteht, wenn jemand während des Sex geistig aus der eigenen körperlichen Erfahrung heraustritt, um die eigene Leistung oder Verlangensreaktion zu beobachten und zu bewerten. Erstmals von Masters und Johnson identifiziert, wirkt es durch Aktivierung des sexuellen Hemmungssystems ('Bremsen' im Dualen Kontrollmodell von Janssen und Bancroft) durch Selbstbeobachtungskognition. Im Kontext von Verlangensunterschied verstärkt sich Spectatoring, wenn der Partner mit geringerem Verlangen Druck spürt zu reagieren: Er beginnt, sich selbst auf Zeichen von Verlangen zu beobachten, statt die Erfahrung zu bewohnen, was echte Erregung unterdrückt und die Selbsterzählung des Sexuell-Kaputt-Seins bestätigt.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Sie begehren mich nicht mehr”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Begehrungs-Unterschiede sind ein Planungs- oder Kommunikationsproblem, nicht ein Urteil über meinen Körper oder meine Begehrtheit.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Schreib eine konkrete, vergangene Ablehnung auf. Nenne schriftlich mindestens drei andere Gründe als verlorene Anziehung. Lese sie laut vor. Beobachte, ob das Urteil danach gleich stark ist.
Wie es im Kopf klingt
Das innere Skript während der Intimität: 'Spüre ich schon irgendetwas? Ich sollte eigentlich schon reagieren. Wahrscheinlich merken sie, dass ich nicht dabei bin. Was stimmt mit mir nicht?' Die Forschung benennt, was als nächstes passiert: Diese Selbstbeobachtung ist genau das kognitive Muster, das die sexuellen Bremsen aktiviert. Die Beobachtung verhindert die Erfahrung, die sie zu finden versucht.