SCENE_01
Der Countdown, bevor er nach dir greift
Es ist spät, die Kinder schlafen, und in dem Moment, in dem dein Mann nach dir greift, startet in deinem Kopf eine Liste, bevor seine Hand dich überhaupt erreicht: schnell genug reagieren, überzeugend genug klingen, nicht zu lange brauchen, aber auch nicht zu schnell fertig sein. Du hast noch gar nicht entschieden, ob du das willst. Du bewertest schon, wie überzeugend dein Wollen wirken wird.
SCENE_02
Das eigene Gesicht mitten in der Szene prüfen
Auf halbem Weg merkst du, dass du dich aus deinem eigenen Körper herausgezogen hast, um zu prüfen, ob dein Atmen richtig klingt, ob dein Gesichtsausdruck überzeugend aussieht. Du registrierst nicht, was du fühlst; du überwachst, ob die Vorstellung gut genug ist, um zu bestehen. Je genauer du prüfst, desto weniger fühlt sich irgendetwas echt an, und dein Körper hört still auf, bei der Prüfung mitzumachen.
SCENE_03
Das Klemmbrett weglegen
Niemand hat dir heute Nacht eine Bewertungskarte gegeben; du hast sie selbst gebaut und dich dann allein daran gemessen. Es gibt keine Note zu erreichen, nur einen Körper, der besser reagiert, wenn keine Prüfung im Hintergrund läuft. Danach legst du eine Hand flach auf deine eigene Brust und benennst eine Sache, die du wirklich gespürt hast, nichts Gespieltes, nur Bemerktes.