REALITYWIPE

FORSCHENDE

Die Wissenschaft der Schwager-Rivalität: Warum die alte Familien-Punktetafel nie wirklich schließt

4 die forschenden dahinterWenn man in eine Familie einheiratet, entsteht kein unbeschriebenes Blatt — man wird in ein Punktesystem eingeklinkt, das Jahrzehnte zuvor im Kinderzi

King's College London (Professor Emerita)

Judy Dunn

Bekannt für:Grundlegende Beobachtungsforschung, die Geschwisterrivalität und -eifersucht als normale, entwicklungsbedingte Merkmale des Familienlebens etabliert hat

Zentrale Befunde

  1. 1982

    Bei der Beobachtung von Familien ab der Geburt eines zweiten Kindes fanden Dunn und Kendrick Rivalität und Eifersucht als normale, nahezu universelle Reaktion, stark geprägt davon, wie unterschiedlich Eltern jedes Kind von Anfang an behandelten.

  2. 1992

    Bei der Durchsicht der bisherigen Belege kam Dunn zu dem Schluss, dass die Qualität der Geschwisterbeziehung — wie viel Wärme im Verhältnis zu Rivalität sie trägt — Kontinuität von der frühen Kindheit an zeigt und mit dem breiteren sozialen Verständnis der Kinder zusammenhängt, nicht nur damit, wie gut sie zu Hause miteinander auskommen.

Purdue University

J. Jill Suitor

Bekannt für:Die Within-Family Differences Study — ein langjähriges Forschungsprogramm zu elterlicher Bevorzugung und ihren Auswirkungen auf das Leben erwachsener Geschwister

Zentrale Befunde

  1. 2013

    Mit Gilligan, Kim und Pillemer fand Suitor bei der Untersuchung von 341 erwachsenen Kindern in 137 Familien im späteren Lebensalter, dass die aktuelle Bevorzugung durch den Vater — nicht durch die Mutter — Spannungen zwischen erwachsenen Geschwistern voraussagte, besonders bei Töchtern.

  2. 2013

    Bei der Verfolgung mütterlicher Bevorzugung über die Zeit fanden Suitor und Kollegen sie über die Jahre bemerkenswert stabil — der 'Liebling' einer Mutter ändert sich selten —, was bedeutet, dass wahrgenommene Bevorzugung ein dauerhaftes Merkmal des Familiensystems ist, keine vorübergehende Phase.

  3. 2016

    Bei der Modellierung von Daten zu 381 älteren Müttern und ihren 1.421 erwachsenen Kindern fanden Suitor und Kollegen, dass die Übereinstimmung der Werte eines Kindes mit denen der Mutter — mehr als die Leistungen des Kindes — der stärkste Prädiktor für mütterliche Bevorzugung und Benachteiligung war.

Brigham Young University

Alexander C. Jensen

Bekannt für:Forschung zu Geschwistereinfluss, unterschiedlicher Behandlung und sozialem Vergleich von der Jugend bis ins hohe Alter

Zentrale Befunde

  1. 2013

    Mit Whiteman, Fingerman und Birditt zeigte Jensen, dass junge Erwachsene noch weit in ihren Zwanzigern und Dreißigern eine unterschiedliche elterliche Behandlung wahrnehmen — das Gefühl, dass 'das Leben immer noch nicht fair ist' zwischen Geschwistern, endet nicht mit der Kindheit.

  2. 2022

    Mit Apsley, Thackeray und Shoaf befragte Jensen 491 Erwachsene und erstellte die erste Studie zum sozialen Vergleich zwischen Geschwistern im mittleren und höheren Lebensalter. Er fand einen Zusammenhang sowohl mit mehr depressiven Symptomen/Konflikt als auch, in denselben Daten, mit größerer Nähe zwischen Geschwistern.

  3. 2025

    Mit Jorgensen-Wells führte Jensen eine Metaanalyse mit fast 19.500 Teilnehmenden aus Dutzenden Studien durch und bestätigte, dass elterliche Bevorzugung real ist und Mustern folgt — Eltern bevorzugen im Durchschnitt Töchter, gewissenhaftere Kinder und bei Autonomie- und Kontrollmaßen ältere Geschwister.

McMaster University

Martin Daly

Bekannt für:Evolutionspsychologie familiärer Beziehungen, einschließlich einer Übersicht (mit Gretchen Perry) zu Schwiegerfamilien-Konflikten über Arten und Kulturen hinweg

Zentrale Befunde

  1. 2021

    Mit Gretchen Perry überblickte Daly Belege dafür, dass Angeheiratete keinerlei genetische Verwandtschaft teilen, aber beide ein Interesse an denselben Nachkommen haben — eine strukturelle Asymmetrie, die Interessenkonflikte wahrscheinlicher macht als unter Blutsverwandten.

  2. 2021

    Die Übersicht benennt die Schwiegermutter-Schwiegertochter-Dyade als jene mit dem höchsten strukturellen Konfliktpotenzial unter allen Schwiegerpaaren in den untersuchten Kulturen — ein kulturübergreifendes Muster, das die Autoren konkurrierenden Investitionsinteressen zuschreiben, nicht individuellem Charakter.

Vollständige Forschungsakte anzeigenAlle Forschenden