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FORSCHENDE

Die Wissenschaft von sozialem Vergleich und Feed-Neid

4 die forschenden dahinterDein Gehirn misst 'Wie stehe ich da?' am Vergleich mit anderen — das ist kein Defekt, sondern ein 70 Jahre alter Befund. Aber der Feed liefert ihm ein

University of Minnesota

Leon Festinger

Bekannt für:Begründung der Theorie des sozialen Vergleichs (1954): Menschen bewerten sich im Vergleich mit anderen, wenn objektive Maßstäbe fehlen.

Zentrale Befunde

  1. 1954

    Menschen haben einen Antrieb, ihre Meinungen und Fähigkeiten zu bewerten; fehlen objektive, nicht-soziale Mittel, bewerten sie sich im Vergleich mit anderen.

  2. 1954

    Vergleiche richten sich bevorzugt auf ähnliche Andere: Je näher uns jemand in Fähigkeit oder Lage ist, desto stärker prägt sein Stand unsere Selbstbewertung — deshalb treffen die Feeds von Gleichaltrigen härter als die von Prominenten.

Albert Einstein College of Medicine

Thomas Ashby Wills

Bekannt für:Theorie des Abwärtsvergleichs (1981): Unter Belastung kann der Vergleich mit Schlechtergestellten das subjektive Wohlbefinden stützen — die Richtung des Vergleichs, nicht der Vergleich selbst, entscheidet über das emotionale Ergebnis.

Zentrale Befunde

  1. 1981

    Menschen mit negativem Affekt können ihr subjektives Wohlbefinden durch den Vergleich mit weniger Glücklichen steigern — passiv oder aktiv.

  2. 1981

    Abwärtsvergleiche wirken in vielen Bereichen — von Affiliation unter Angst bis zu Vorurteil und Humor — und zeigen, dass Selbstbewertungsmotive leise steuern, mit wem wir uns vergleichen.

University of Michigan

Ethan Kross

Bekannt für:Experience-Sampling- und experimentelle Forschung dazu, wie Social-Media-Nutzung — besonders passive — mit dem Wohlbefinden von Moment zu Moment zusammenhängt.

Zentrale Befunde

  1. 2013

    Bei fünf täglichen Abfragen über zwei Wochen sagte Facebook-Nutzung Rückgänge sowohl im momentanen Affekt als auch in der Lebenszufriedenheit vorher, während direkter sozialer Kontakt besseres Befinden vorhersagte.

  2. 2015

    Experimentell angestoßene passive Facebook-Nutzung senkte das affektive Wohlbefinden über den Tag, vermittelt über Neid — im Feld per Experience Sampling repliziert.

  3. 2017

    In einer kritischen Übersicht mit Verduyn und Kollegen: Passive Nutzung sozialer Netzwerke hängt konsistent mit geringerem subjektivem Wohlbefinden zusammen, großteils über Aufwärtsvergleich und Neid, während aktive Nutzung andere Muster zeigt.

University of Potsdam

Hanna Krasnova

Bekannt für:Wirtschaftsinformatik-Forschung, die Neid als Treiber dafür dokumentiert, wie soziale Netzwerke die Lebenszufriedenheit der Nutzenden beeinflussen.

Zentrale Befunde

  1. 2013

    Rund jeder fünfte von Teilnehmenden berichtete kürzliche neidauslösende Vorfall fand auf Facebook statt; passives Verfolgen war ein zentraler Auslöser, und die Autoren beschreiben eine mögliche sich selbst verstärkende 'Neidspirale' des Übertrumpfens.

  2. 2015

    Bei Nutzenden im College-Alter nährte das Verfolgen konsum- und erlebnisreicher Beiträge anderer den Neid, der wiederum das kognitive und affektive Wohlbefinden untergrub — 'Freunden zu folgen kann wehtun'.

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