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FORSCHENDE

Die Wissenschaft von Freundschaft und Einsamkeit im Erwachsenenalter: Warum das Signal kein Urteil ist

4 die forschenden dahinterDie Geschichte, die Einsamkeit dir erzählt — dass mit dir etwas nicht stimmt, dass die Leute dich nicht wirklich mögen, dass Freundschaft einfach pass

University of Chicago

John T. Cacioppo

Bekannt für:Das evolutionäre Modell der Einsamkeit als adaptives Signal und die Befunde zur Hypervigilanz für soziale Bedrohung

Zentrale Befunde

  1. 2006

    Einsamkeit passt zu einer evolutionären Erklärung: Wie Hunger oder Durst ist sie ein aversives Signal, das unsere Vorfahren motivierte, soziale Bindungen zu pflegen und zu reparieren — ein funktionaler Mechanismus, kein Charakterfehler dessen, der sie fühlt.

  2. 2014

    Wahrgenommene soziale Isolation löst implizite Hypervigilanz für soziale Bedrohung aus und erzeugt Aufmerksamkeits-, Bestätigungs- und Gedächtnisverzerrungen bei der Verarbeitung sozialer Information — wodurch die soziale Welt feindseliger wirken kann, als sie ist.

  3. 2015

    In hochauflösender EEG-Arbeit mit Kollegen unterschieden die Gehirne einsamer Teilnehmender soziale Bedrohungsbilder schon nach etwa 116 ms, gegenüber etwa 252 ms bei nicht einsamen — direkter Beleg, dass der Bedrohungsbias automatisch abläuft, unterhalb bewusster Kontrolle.

Brigham Young University

Julianne Holt-Lunstad

Bekannt für:Metaanalysen, die soziale Verbundenheit als wichtigen Prädiktor des Sterberisikos etablieren

Zentrale Befunde

  1. 2010

    Über 148 Studien und 308.849 Teilnehmende hatten Menschen mit stärkeren sozialen Beziehungen eine um 50 % höhere Überlebenswahrscheinlichkeit — ein Einfluss, vergleichbar mit dem Rauchstopp und größer als etablierte Risikofaktoren wie Adipositas und Bewegungsmangel.

  2. 2015

    In einer Metaanalyse von 70 Studien war Einsamkeit mit einer um 26 % erhöhten Sterbewahrscheinlichkeit assoziiert, soziale Isolation mit 29 % und Alleinleben mit 32 % — mit den stärksten Effekten in Stichproben unter 65 Jahren, entgegen der Idee, dass Verbindungslosigkeit nur Ältere gefährdet.

University of Kansas

Jeffrey A. Hall

Bekannt für:Die Quantifizierung, wie viele gemeinsame Stunden es braucht, um Freundschaften unterschiedlicher Tiefe zu bilden

Zentrale Befunde

  1. 2018

    Bei kürzlich umgezogenen Erwachsenen und Erstsemestern entwickelte sich Freundschaft entlang einer Dosierungskurve: rund 50 gemeinsame Stunden vom Bekannten zum lockeren Freund, etwa 90 bis zum Freund und über 200 bis zum engen Freund.

  2. 2018

    Stunden allein reichten nicht: Nähe wuchs mit Zeit beim Abhängen, Scherzen und in bedeutsamen Gesprächen, während bloß gemeinsam bei der Arbeit oder im Unterricht verbrachte Stunden Kollegen kaum zu Freunden machten.

Cornell University (at publication); later University of Pennsylvania

Erica J. Boothby

Bekannt für:Die Dokumentation der Liking Gap — der systematischen Unterschätzung, wie sehr Gesprächspartner uns mögen

Zentrale Befunde

  1. 2018

    Nach Gesprächen unterschätzten Menschen systematisch, wie sehr ihre Gegenüber sie mochten und ihre Gesellschaft genossen — eine Lücke, teils getrieben von harter Selbstbeurteilung der eigenen Gesprächsleistung, gleichermaßen vorhanden in kurzen, mittleren und langen Gesprächen.

  2. 2018

    Die Lücke war kein bloßer Erste-Eindrücke-Effekt: Erstsemester, die über ein Studienjahr mit einem Wohnheim-Mitbewohner begleitet wurden, unterschätzten monatelang weiter, wie sehr dieser Mitbewohner sie mochte.

  3. 2021

    Mit Kollegen zeigte sie, dass die Liking Gap über Zweiergespräche hinausgeht: In kleinen Gruppen und Ingenieurteams unterschätzten Mitglieder, wie sehr ihre Teamkollegen sie mochten, und größere Lücken hingen mit weniger Bereitschaft zusammen, offen zu sprechen und zu kooperieren.

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