FORSCHUNGSAKTE
G. Alan Marlatt
University of Washington
Bekannt für:Gründungsarchitekt der Rückfallpräventionstherapie — das kognitiv-behaviorale Modell, das Rückfall als vorhersehbaren, unterbrechbaren Prozess rahmt, der durch Hochrisikosituationen, Bewältigungsdefizite und erlaubnisgebende Gedanken angetrieben wird
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Ich muss mich erst kurz entspannen”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Der Drang ist eine Anfrage, kein Befehl. Ich muss ihr nicht sofort folgen.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Stell einen unbequemen Gegenstand oder einen notierten Satz neben dich, leg das Handy außer Reichweite und bleib 90 Sekunden beim Bildschirm oder Papier. Nur beobachten: Was wollte ich gerade vermeiden?
Zentrale Befunde
- 1985
Mit Judith Gordon veröffentlichte Marlatt das grundlegende Rückfallpräventionsframework, das die Sequenz von Hochrisikosituation → unzureichende Bewältigung → erlaubnisgebender Gedanke → Ausrutscher → Abstinenzverstoßeffekt → Rückfall abbildete, und kognitive Verhaltensfertigkeitstraining als primäre Intervention etablierte. Relapse Prevention: Maintenance Strategies in the Treatment of Addictive Behaviors ↗
- 1986
Mit Kollegen definierte und testete Marlatt empirisch den Abstinenzverstoßeffekt — und zeigte, dass die Selbstattribution einer Person nach einem ersten Ausrutscher (Charakterversagen vs. situatives Ereignis) genauso prädiktiv für einen vollständigen Rückfall ist wie der Ausrutscher selbst. Understanding and Preventing Relapse ↗