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FORSCHUNGSAKTE

Gegenregulatorisches Essen

Gegenregulatorisches Essen beschreibt das Paradoxon, dass restringierte Diäter nach einer kalorienreichen Vorlage mehr — nicht weniger — essen und damit die Richtung umkehren, die kalorische Selbstregulation vorhersagen würde. Erstmals von Herman und Mack 1975 demonstriert, entsteht es, weil die Vorlage die psychologische Schwelle einer Ernährungsregel überschreitet. Ist diese Schwelle überschritten, bricht die Motivation zur Kalorienaufnahme-Regulierung zusammen und wird durch die Was-soll's-Umdeutung ersetzt, was erhöhtes Essen produziert, das umgekehrt proportional zum biologischen Hunger ist.

Wie es im Kopf klingt

Das innere Skript: «Ich hab das Stück Kuchen schon gegessen — kann ich auch den Rest nehmen, das Abendessen ist sowieso ruiniert.» Die Forschung unterscheidet das biologische Signal (noch satt vom Kuchen) von der kognitiven Überschreibung (die Regel ist gebrochen, also ist Essen jetzt unkontrolliert). Gegenregulatorisches Essen ist die Verhaltenskennung dieser Überschreibung.

Quellen: [1] ↗ · [2] ↗ · [3] ↗

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