FORSCHUNGSAKTE
Erholungsdefizit
Das Erholungsdefizit ist die Lücke zwischen der Ressourcenerschöpfung durch Arbeitsanforderungen und der Wiederauffüllung während der Freizeit. Sonnentags Erholungsforschung identifiziert vier Mechanismen, die diese Lücke schließen — psychologische Ablösung (mentales Abschalten von der Arbeit), Entspannung (niedrig-aktivierende positive Zustände), Kompetenzerleben (sich nicht-arbeitsbezogenen Herausforderungen widmen) und Kontrolle (Wahlmöglichkeit bei der Freizeitgestaltung). Wenn alle vier chronisch fehlen, kumuliert das Defizit über Tage, Wochen und Monate zu klinischem Burnout.
Wie es im Kopf klingt
Das innere Skript: 'Ich habe Freizeit, fühle mich aber immer noch erschöpft — vielleicht bin ich einfach nicht belastbar genug.' Die Forschung verortet den Mechanismus präziser: Freizeit erzeugt nicht automatisch Erholung. Wenn die Freizeit mit Grübeln über die Arbeit, E-Mail-Prüfen oder passivem Konsum mit wenig Kontrolle gefüllt ist, schließt sich die Erholungslücke nicht — sie wird bestenfalls kleiner. Das Defizit hat nichts mit Charakter zu tun; es geht darum, welche konkreten Aktivitäten jeden der vier Erholungspfade aktivieren.