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Die Wissenschaft des Perfektionismus: Warum hohe Ansprüche nicht das Problem sind
'Ich habe einfach hohe Ansprüche' ist die häufigste Umdeutung von Perfektionismus — und jene, die die Forschung am deutlichsten in Frage stellt. Seit 1991, als Hewitt und Flett vorschlugen, dass Perfektionismus eine sozial verordnete Dimension hat (zu glauben, andere fordern Fehlerlosigkeit von einem, nicht nur von sich selbst), haben Studien stetig kartiert, wie das Merkmal Depression, Angst und den Prokrastinations-Loop vermittelt, bei dem Nicht-Anfangen sicherer ist als das Risiko eines unvollkommenen Ergebnisses. Sozial verordneter Perfektionismus stieg von 1989 bis 2016 um rund 33 % — was ihn zu einem der wenigen psychologischen Merkmale macht, das sich messbar über eine Generation verschlechtert hat. All das ist kein Urteil über den Charakter. Es ist eine Karte der Mechanismen.