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Die Wissenschaft der Familienfavorisierung: Was die Forschung wirklich zeigt

Die meisten Eltern beteuern, ihre Kinder 'gleich' zu lieben. Jahrzehnte der Forschung zur elterlichen Ungleichbehandlung — vor allem geprägt durch die langjährigen Studien der Soziologin Jill Suitor mit Familien aus dem Raum Boston — erzählen eine kompliziertere Geschichte: Die meisten Mütter fühlen sich insgeheim einem Kind näher, die meisten zögern, das offen zuzugeben, und ihre erwachsenen Kinder liegen oft falsch damit, wer es ist. Die populäre Vorstellung, die Geburtsreihenfolge selbst erkläre die Persönlichkeit — der bestimmende Erstgeborene, das aufmüpfige Nesthäkchen — wurde an Zehntausenden Menschen geprüft und hat sich größtenteils nicht bestätigt. Was das Wohlbefinden im Erwachsenenalter vorhersagt, ist nicht der Platz in der Geburtsreihenfolge, sondern ob man sich herausgehoben fühlte oder noch fühlt. So hat sich die Wissenschaft von der Alltagstheorie zur Familienbefragung entwickelt.

~70%der befragten Mütter nannten ein bestimmtes Kind, dem sie sich am nächsten fühlten — obwohl die meisten sichtlich zögerten, überhaupt eine Bevorzugung zuzugeben39%der erwachsenen Kinder identifizierten korrekt, welches Geschwister die Mutter tatsächlich bevorzugte — in den meisten Familien kaum besser als der Zufall, und schlechter noch bei jenen, die nicht das Lieblingskind waren~15%der erwachsenen Kinder in der Studie zu depressiven Symptomen nahmen wahr, dass ihre Mutter alle Kinder gleich behandelte — die große Mehrheit nahm eine Form von Ungleichbehandlung wahr20,000+Menschen aus Deutschland, den USA und Großbritannien wurden im bislang größten Test zu Geburtsreihenfolge-Effekten auf die Persönlichkeit analysiert — ohne bedeutsamen Effekt auf irgendein Big-Five-Merkmal
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