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Die Wissenschaft des Affirmations-Bumerangs: Warum 'Ich bin liebenswert' die Dinge verschlimmern kann

Das verlässlichste Werkzeug der Selbsthilfekultur — eine positive Aussage über sich selbst zu wiederholen, bis man ihr glaubt — hat ein Forschungsproblem. Eine wegweisende Studie von 2009 von Joanne Wood, W.Q.E. Perunovic und John Lee ergab, dass positive Selbstaussagen für Menschen mit hohem Selbstwertgefühl genau wie versprochen wirken — und für die Menschen, die sie am meisten brauchen, zuverlässig nach hinten losgehen: jene mit niedrigem Selbstwert. Für diese Gruppe erzeugte die Aufforderung, 'Ich bin ein liebenswerter Mensch' zu wiederholen, schlechtere Stimmung und geringere Selbstwertzufriedenheit, als wenn sie es gar nicht wiederholt hätten. Der Mechanismus ist psychologische Reaktanz: Wenn eine Aussage dem widerspricht, was man bereits über sich selbst glaubt, wehrt sich der Geist — und je lauter die Aussage, desto stärker der Widerstand. Das ist kein Versagen der Selbsthilfe. Es ist das, was das Skript der Person, die glaubt, nicht liebenswert zu sein, anpacken soll.

2 studiesin Woods, Perunovics und Lees 2009er Psychological-Science-Artikel, beide mit dem Befund, dass positive Selbstaussagen Teilnehmern mit niedrigem Selbstwert schaden — die erste zu Stimmung und situativem Selbstwert, die zweite replizierend in einem anderen Paradigmaworse mooddas messbare Ergebnis für Teilnehmer mit niedrigem Selbstwert, die 'Ich bin ein liebenswerter Mensch' wiederholen sollten, im Vergleich zu Kontrollen, die es nicht taten — nicht bloß keine Verbesserung, sondern statistisch signifikanter Rückganghigh vs. lowdie Selbstwert-Spaltung, die bestimmt, ob eine positive Selbstaussage hilft oder schadet — dieselbe Aussage, dieselbe Anweisung, entgegengesetzte Ergebnisse je nachdem, wo die Person bereits stehtPsychological Sciencedie führende empirische Zeitschrift der Association for Psychological Science, in der die Befunde von Wood et al. veröffentlicht wurden — eine der meistzitierten Zeitschriften der Psychologie, was auf die methodische Strenge und die peer-reviewed Stellung der Studie hinweist
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