FORSCHUNGSAKTE
Von Bedrohung gekaperte Aufmerksamkeitskontrolle
Die Theorie der Aufmerksamkeitskontrolle besagt, dass Angst zwei Arbeitsgedächtnisfunktionen beeinträchtigt, auf die Athleten angewiesen sind: Hemmung, die irrelevante Ablenkungen blockiert, und Umschalten, das den Fokus flexibel zwischen Aufgaben verlagert. Angst lenkt die Aufmerksamkeit zudem auf bedrohungsbezogene Reize — eine Anzeigetafel, die Reaktion eines Gegners, das Gesicht des Trainers — und zieht den Fokus von der Ausführung weg. Das Ergebnis ist verringerte Verarbeitungseffizienz: Ausführende kompensieren oft mit zusätzlichem mentalem Aufwand, sodass das Endergebnis gut aussehen kann, obwohl der zugrunde liegende Prozess weit angestrengter ist.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Ein schlechtes Training und ich sitze auf der Bank”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Ein Training ist nicht dasselbe wie ein Urteil über meinen Platz.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Lege dir nach dem nächsten Training privat auf dem Handy eine Notiz mit drei Spalten an: „Fehler“, „echter Hinweis“, „nur Angstfilm“. Fülle sie in unter zehn Minuten mit 2–3 kurzen Stichworten aus, ohne etwas zu schicken oder zu zeigen.
Wie es im Kopf klingt
Beim Aufschlag zur Rettung eines Matchballs kann ein Tennisspieler den Blick nicht davon abhalten, immer wieder zu den angespannten Schultern des Gegners und dem Gesicht des Linienrichters statt zum Aufwurf zu wandern — die Aufmerksamkeit schnappt ständig zu Bedrohungsreizen, und nur ein Extraschub an mentalem Aufwand verhindert, dass der Aufschlag danebengeht.