SCENE_01
Ellbogen auf der Bierbank
Es ist die Betriebsweihnachtsfeier im Wirtshaus, und der zwanzigjährige Praktikant aus der Poststelle fordert dich am Bierbank-Tisch zum Armdrücken heraus, zwischen Bratwurstresten und einem umgekippten Glühweinbecher. Dein Unterarm ist doppelt so kräftig wie seiner, aber kaum schließt sich die Hand um seine und das Zählen beginnt, ist der Gedanke schon da: Wenn ich das hier leicht durchgehen lasse, kostet mich das etwas.
SCENE_02
Die Rechnung, die du mit der Faust aufmachst
Du beginnst in Echtzeit zu kalkulieren, wie viel Gegendruck als 'ich hab ihn gewinnen lassen' durchgeht und wie viel als 'ich hab wirklich verloren', wie die Kollegen am Nebentisch das einordnen werden, ob der Praktikant selbst es merkt. Also drückst du länger dagegen als nötig, der Arm zittert, aus einer Zehn-Sekunden-Nummer wird ein echter Kampf, weil ein sauberer Verlust gegen einen Zwanzigjährigen sich anfühlt wie eine Abbuchung von einem Konto, das niemand sieht, an das du aber fest glaubst.
SCENE_03
Was die Zählung wirklich misst
Die genauere Lesart: Das einzige Konto ist jenes, das du mit geballter Faust selbst eröffnet hast. Niemand am Tisch prüft deine Kraft gegen die eines Zwanzigjährigen; die Kollegen achten nur darauf, ob du ein Feierspiel verlieren kannst, ohne es seltsam zu machen. Lass es beim nächsten belanglosen Kräftemessen bewusst schnell enden und bemerke, dass das vermeintliche Konto unangetastet bleibt.