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Der «Was-soll's»-Effekt: Warum ein Ausrutscher wie eine Erlaubnis zum Bingen wirkt
Du isst ein Keks, der nicht im Plan stand — und plötzlich ist der ganze Tag «ruiniert», also kannst du auch gleich die Tüte leeren. Diese mentale Umdeutung von «Ausrutscher» zu «alles versaut» ist kein Charakterfehler. Sie hat einen Namen. Die Psychologinnen Janet Polivy und C. Peter Herman prägten den «Was-soll's»-Effekt in den 1980ern, um genau das zu beschreiben: Eine einzige Verletzung einer Ernährungsregel löst ein Alles-oder-Nichts-Reframing aus, der nun «ruinierte» Tag erlaubt weiteres Essen, und die anschließende Selbstkritik bereitet den nächsten Zyklus vor. Jahrzehnte der Restraint-Forschung zeigen, dass der Loop weniger durch Hunger oder Willenskraft angetrieben wird als durch die innere Geschichte, die über die Bedeutung des Ausrutschers erzählt wird — genau dort tritt der innere Dialog ins Spiel.