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FORSCHENDE

Die Wissenschaft der Trauer: Warum die fünf Phasen nie echte Regeln waren

4 die forschenden dahinterDas meiste, was Menschen über Trauer zu 'wissen' glauben — fünf Phasen, eine Frist, die Idee, dass es Verdrängung ist, wenn es einem gut geht — stammt

Teachers College, Columbia University

George A. Bonanno

Bekannt für:Prospektive Trauerstudien, die zeigen, dass Resilienz der häufigste Trauerverlauf ist

Zentrale Befunde

  1. 2002

    In einer prospektiven Studie mit Messungen von vor dem Verlust bis 18 Monate danach war Resilienz (niedrige, stabile Belastung) mit 45,9 % der häufigste Verlauf — das kulturell erwartete Muster aus starker Belastung und Erholung passte nur auf rund 11 %.

  2. 2004

    Resilienz nach Verlust und potenziellem Trauma ist gewöhnlich, nicht selten — und wenig sichtbare Trauer ist meist ein Zeichen gesunder Anpassung, keine Verleugnung und keine 'verzögerte Trauer', die noch ausbrechen wird.

  3. 2004

    In den CLOC-Verwitwungsdaten zeigten sich fünf unterschiedliche Verlaufstypen — und Merkmale vor dem Verlust, nicht 'Trauerarbeit', sagten voraus, wer in welchem landete.

Utrecht University

Margaret Stroebe

Bekannt für:Das Duale Prozessmodell der Trauerbewältigung, entwickelt mit Henk Schut

Zentrale Befunde

  1. 1999

    Trauerbewältigung umfasst zwei Arten von Stressoren — verlust- und wiederherstellungsorientiert — und einen regulierenden Pendelprozess zwischen Konfrontation und Pausen von der Trauer. Die Arbeit dokumentiert zudem die schwache empirische Basis der 'Trauerarbeits-Hypothese'.

  2. 2010

    Ein Jahrzehnt Forschung zum Dualen Prozessmodell stützte das Pendeln als brauchbare Beschreibung adaptiver Bewältigung und präzisierte, wie Überlastung und individuelle Unterschiede ins Modell passen.

Webster University (Professor Emeritus)

Dennis Klass

Bekannt für:Das Konzept der fortdauernden Bindungen — Trauer als fortgesetzte Beziehung statt Ablösung

Zentrale Befunde

  1. 1996

    Trauernde pflegen häufig innere Beziehungen zu Verstorbenen — über Erinnerung, Rituale, Gespräche und gefühlte Nähe — und diese fortdauernden Bindungen sind in der Regel eine gesunde Ressource, im Widerspruch zum Ablösungsmodell der Trauerbewältigung.

  2. 2018

    Zwei Jahrzehnte später zeigt die Forschung zu fortdauernden Bindungen, dass die Bindung je nach Kultur und Epoche unterschiedliche Formen annimmt — auch über soziale Medien — und dass ihre Gesundheit davon abhängt, wie sie ins Leben der Trauernden integriert ist, nicht davon, ob sie besteht.

University of Memphis

Robert A. Neimeyer

Bekannt für:Sinnrekonstruktion — die Auffassung, dass der Wiederaufbau einer kohärenten Sinnwelt im Zentrum des Trauerns steht

Zentrale Befunde

  1. 2000

    Trauern lässt sich besser als aktiver Versuch verstehen, eine durch den Verlust erschütterte Sinnwelt zu bekräftigen oder neu aufzubauen, denn als feste Abfolge emotionaler Phasen.

  2. 2001

    Trauertherapie lässt sich als Sinnrekonstruktion rahmen — Trauernden dabei helfen, die durch den Verlust unterbrochene Lebenserzählung neu zu schreiben, statt sie durch vorgegebene Phasen zu schieben.

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