FORSCHUNGSAKTE
Singlismus
Singlismus ist die Stereotypisierung, Vorurteile und Diskriminierung gegenüber alleinstehenden Erwachsenen, 2005 von Bella DePaulo und Wendy Morris benannt. Er entspringt einer unhinterfragten 'Ideologie von Ehe und Familie' — der Annahme, die romantische Partnerschaft sei die einzig wirklich wichtige Beziehung im Erwachsenenleben — und bleibt weitgehend unerkannt: Singles als unreif, egozentrisch oder einsam zu beurteilen gilt kaum je als Vorurteil, obwohl dieselben Urteile über andere Gruppen so gewertet würden.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“In meinem Alter noch Single zu sein heißt, mit mir stimmt etwas nicht”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Wenn eine Person mich ablehnt, sagt das über meine Passung zu dieser einen Person etwas aus — nicht über meinen Wert”
EIN PRIVATER SCHRITT
Schreib eine Abfuhr auf, die du kürzlich bekommen hast. Neben sie schreibst du in einer neuen Spalte: "Was diese Person über mich nicht weiß." Füll die Spalte aus. Das sind die fehlenden Daten, die das Skript auslässt.
Wie es im Kopf klingt
Der Gedanke 'alle auf dieser Hochzeit fragen sich, was mit mir nicht stimmt' behandelt ein kulturelles Stereotyp wie ein persönliches Urteil. Die Singlismus-Forschung rahmt ihn um: Dieses Urteil ist eine dokumentierte gesellschaftliche Verzerrung mit Namen und Forschungsliteratur — ein Beleg über die Ideologie, nicht über dich.