REALITYWIPE

FORSCHUNGSAKTE

Der Vogel-Strauß-Effekt

Der Vogel-Strauß-Effekt ist die Tendenz, Finanzinformationen selektiv zu meiden, wenn man schlechte Nachrichten erwartet. Benannt von Galai und Sade (2006) und formalisiert von Karlsson, Loewenstein und Seppi (2009), wurde er im großen Maßstab gemessen: Logins in Altersvorsorgekonten sanken nach Marktrückgängen um 9,5 %, und Menschen prüfen ihre Alltagskonten seltener bei niedrigen Kontoständen. Aufmerksamkeit folgt erwarteten guten Nachrichten — und flieht vor erwarteten schlechten.

DIE ÜBUNG ANSEHEN

Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.

DER GEDANKE

Ein Blick aufs Konto ruiniert mir den ganzen Tag

DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT

Die Zahl existiert, ob ich hinschaue oder nicht. Hinschauen ändert nur, was ich weiß.

EIN PRIVATER SCHRITT

Öffne die Banking-App jetzt für zwei Minuten. Schaue auf den Kontostand. Schließe die App. Beobachte, ob die Zahl danach wirklich schlimmer ist als die Angst davor.

Wie es im Kopf klingt

Das innere Skript: 'Ich schaue nach dem Zahltag aufs Konto, wenn die Zahl nicht wehtut.' Diese Timing-Regel ist der Vogel-Strauß-Effekt wortwörtlich — die Forschung fand, dass Aufmerksamkeit mit guten Kontoständen steigt und mit schlechten fällt, das Skript lässt dich also immer nur die schmeichelhaften Daten sehen.

Quellen: [1] ↗ · [2] ↗ · [3] ↗ · [4] ↗

Verwandte alte Skripte

Verwandte Selbstchecks

Verwandte Forschung

Forschende zum Weiterlesen

Verwandte Mechanismen