FORSCHUNGSAKTE
Affektiver Vorhersagefehler
Ein affektiver Vorhersagefehler ist die systematische Lücke zwischen dem, wie schlimm (oder gut) sich Menschen ein künftiges Ereignis ausmalen, und dem, wie sie sich tatsächlich fühlen, wenn es eintritt. Im Liebesleben neigt der Fehler stark zur Katastrophe: In einer Längsschnittstudie litten Studierende, die ihre Verzweiflung nach einer Trennung vorhersagten und sich dann tatsächlich trennten, deutlich weniger als prognostiziert — der Verstand überschätzt den Schlag und unterschätzt die eigene Erholung.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“In meinem Alter noch Single zu sein heißt, mit mir stimmt etwas nicht”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Wenn eine Person mich ablehnt, sagt das über meine Passung zu dieser einen Person etwas aus — nicht über meinen Wert”
EIN PRIVATER SCHRITT
Schreib eine Abfuhr auf, die du kürzlich bekommen hast. Neben sie schreibst du in einer neuen Spalte: "Was diese Person über mich nicht weiß." Füll die Spalte aus. Das sind die fehlenden Daten, die das Skript auslässt.
Wie es im Kopf klingt
Der Gedanke 'wenn sie mich verlässt, erhole ich mich nie' ist eine Vorhersage, keine Tatsache — und sie stammt vom unzuverlässigsten verfügbaren Prognostiker. Die publizierten Daten zu echten Trennungen zeigen, dass der reale Schmerz deutlich unter der Vorhersage liegt — aus 'das würde ich nicht überleben' wird 'ich überschätze das vermutlich, wie die meisten Menschen'.
Quellen: [1] ↗