SCENE_01
Halsschmerzen Am Montag, Walze Klemmt Wieder
Montagmorgens, mit einem Kratzen im Hals, das du seit dem Wochenende ignorierst, klemmt die alte Offsetmaschine in der Druckerei wieder, und du kennst die Kalibrierfolge für die Farbwalzen, die auf einem vergilbten Klebestreifen in der Innenseite der Klappe steht, in deiner eigenen Kurzschrift. Während du die Walzen justierst, taucht der Gedanke auf: Wenn dieser Hals morgen keinen Ton mehr rausbringt, kennt niemand sonst im Betrieb dieses Klebeband, geschweige denn, was die Zahlen darauf bedeuten.
SCENE_02
Der Zettel, Den Du Nie Abfotografierst
Du denkst daran, das Klebeband einfach abzufotografieren und in die Werkstattmappe zu legen, tust es aber nicht, weil es sich anfühlt, als würdest du zugeben, dass die Maschine dich eigentlich gar nicht mehr braucht. Also schleppst du dich mit Fieber zur Frühschicht, wie letzten Winter schon zweimal, damit die Kalibrierung nie von einer Notiz abhängt, die außer dir niemand kennt.
SCENE_03
Das Klebeband Fotografieren, Dann Zuhause Bleiben
Dass die Maschine in den drei Tagen letzten Monat, in denen du wirklich zuhause bliebst, nicht stillstand, beweist nicht, dass du überflüssig bist — es beweist, dass das Risiko nie verteilt war, und beides kann gleichzeitig stimmen. Die genauere Lesart: Es fehlt nicht deine Anwesenheit, sondern ein Nachweis. Heute Abend fotografierst du das Klebeband mit dem Handy, speicherst es in einer privaten Notiz nur für dich, und bleibst morgen zuhause statt dich durchzuquälen.