SCENE_01
Der Rand der Tabelle
Du sitzt vor der Projektübersicht, neben dir ein halbleerer Kaffee, und schaust auf die Punkte, die „eigentlich nicht drin“ sind: noch eine Korrekturrunde, noch ein kleiner Umweg, noch ein kurzer Zusatz. In deinem Kopf steht sofort der Satz: Es ist einfacher, die Zusatzarbeit einfach zu erledigen, als das Scope-Gespräch zu führen. Also machst du weiter, statt die Liste neu zu sortieren.
SCENE_02
Die stillere Rechnung
Dahinter steckt nicht nur Bequemlichkeit. Du liest aus dem Moment: Wenn du das ansprichst, wirkst du schwierig. Wenn du dein Honorar oder den Umfang klärst, klingst du zu teuer oder zu hart. Und deshalb nimmst du die Mehrarbeit lieber mit, nennst sie Service und zahlst sie selbst mit Zeit, Konzentration und dem Gefühl, schon wieder zu viel geschluckt zu haben.
SCENE_03
Ein sauberer Blick auf den Zusatz
Die passendere Lesart ist weniger moralisch: Zusatzarbeit ist nicht automatisch Teil des Auftrags, nur weil sie auf deinem Tisch landet. Du musst sie nicht dramatisieren, um sie als das zu erkennen, was sie ist. Ein kurzer, privater Schritt reicht: die offenen Punkte in zwei Spalten ziehen – beauftragt und zusätzlich – und daneben notieren, was davon ein gesondertes Gespräch bräuchte.