REALITYWIPE

FORSCHENDE

Die Wissenschaft sexloser Beziehungen: Warum Schweigen die Distanz vergrößert

3 die forschenden dahinter"Früher waren wir so verbunden" und "ich möchte sie nicht unter Druck setzen" — das sind die zwei Sätze, die Partner in einer sexlosen Beziehung fests

University of Chicago

Edward O. Laumann

Bekannt für:Leitender Forscher des National Health and Social Life Survey (NHSLS), der ersten groß angelegten Wahrscheinlichkeitsstichprobe des amerikanischen Sexualverhaltens, der grundlegende Prävalenzdaten zum Verständnis der Häufigkeit sexuell inaktiver Beziehungen liefert

Zentrale Befunde

  1. 1994

    Laumann und Kollegen führten den NHSLS durch und befragten 3.432 Amerikaner mit Wahrscheinlichkeitssampling. Dabei stellten sie fest, dass etwa 15–20 % der verheirateten Paare weniger als 10-mal im Jahr Sex hatten. Die Studie dokumentierte auch die große natürliche Varianz der Sexhäufigkeit in der Bevölkerung und zeigte, dass 'sexlose' Beziehungen epidemiologisch verbreitet und nicht aberrant sind.

Case Western Reserve University School of Medicine

Stephen B. Levine

Bekannt für:Klinischer Forscher, der das Drei-Komponenten-Modell des sexuellen Verlangens (Antrieb, Motivation, Wunsch) entwickelte und Verlangensunterschied als die häufigste sexuelle Beschwerde in der Paartherapie identifizierte — und dokumentierte, dass das Vermeiden, es zu benennen, selbst ein primärer Treiber von Beziehungsdistanz ist

Zentrale Befunde

  1. 2003

    Levine schlug vor, dass sexuelles Verlangen drei verschiedene Komponenten umfasst — Antrieb (biologisch/hormonell), Motivation (psychologische Bereitschaft) und Wunsch (relationale und kulturelle Aspiration) — und zeigte, dass Verlangensunterschied aus Differenzen in jeder einzelnen Komponente entstehen kann, nicht nur der Libido. Seine klinische Dokumentation über 30+ Jahre etablierte Verlangensunterschied als die häufigste präsentierende sexuelle Beschwerde in der Paararbeit.

Smith College

Emily Nagoski

Bekannt für:Wissenschaftskommunikatorin und Forscherin, die das Duale Kontrollmodell in Come As You Are (2015) für ein allgemeines Publikum synthetisierte, geringes Verlangen als kontextabhängig statt festes Defizit umrahmte und spontanes von responsivem Verlangen unterschied, um zu erklären, warum das Warten auf spontanes Verlangen viele Partner benachteiligt

Zentrale Befunde

  1. 2015

    In Come As You Are synthetisierte Nagoski Janssen und Bancrofts Duales Kontrollmodell für ein allgemeines Publikum und führte das Gaspedal/Bremsen-Framework ein, um zu erklären, wie Kontext — einschließlich Stress, Scham, Beziehungskonflikt und Körperbild-Sorgen — sexuelle Hemmung unabhängig von Anziehung aktiviert. Sie formalisierte die Unterscheidung zwischen spontanem Verlangen (ohne vorherige Stimulation entstehend) und responsivem Verlangen (in Reaktion auf Kontext entstehend) und argumentierte, dass beide normal sind und dass kulturelle Erwartungen an spontanes Verlangen responsive Verlangenmuster pathologisieren.

Vollständige Forschungsakte anzeigenAlle Forschenden