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FORSCHENDE

Die Wissenschaft der Familienfavorisierung: Was die Forschung wirklich zeigt

4 die forschenden dahinterDie meisten Eltern beteuern, ihre Kinder 'gleich' zu lieben. Jahrzehnte der Forschung zur elterlichen Ungleichbehandlung — vor allem geprägt durch die

Purdue University

J. Jill Suitor

Bekannt für:Die Within-Family Differences Study — ein langjähriges Forschungsprogramm zu elterlicher Bevorzugung und ihren Auswirkungen auf das Leben erwachsener Geschwister

Zentrale Befunde

  1. 2013

    Mit Gilligan, Kim und Pillemer fand Suitor bei der Untersuchung von 341 erwachsenen Kindern in 137 Familien im späteren Lebensalter, dass die aktuelle Bevorzugung durch den Vater — nicht durch die Mutter — Spannungen zwischen erwachsenen Geschwistern voraussagte, besonders bei Töchtern.

  2. 2013

    Bei der Verfolgung mütterlicher Bevorzugung über die Zeit fanden Suitor und Kollegen sie über die Jahre bemerkenswert stabil — der 'Liebling' einer Mutter ändert sich selten —, was bedeutet, dass wahrgenommene Bevorzugung ein dauerhaftes Merkmal des Familiensystems ist, keine vorübergehende Phase.

  3. 2016

    Bei der Modellierung von Daten zu 381 älteren Müttern und ihren 1.421 erwachsenen Kindern fanden Suitor und Kollegen, dass die Übereinstimmung der Werte eines Kindes mit denen der Mutter — mehr als die Leistungen des Kindes — der stärkste Prädiktor für mütterliche Bevorzugung und Benachteiligung war.

Cornell University

Karl Pillemer

Bekannt für:Forschung, die wahrgenommene elterliche Ungleichbehandlung mit depressiven Symptomen bei erwachsenen Kindern im mittleren Lebensalter verknüpft

Zentrale Befunde

  1. 2010

    Erwachsene Kinder, die glaubten, ihre Mutter bevorzuge ein Geschwister oder benachteilige sie selbst, berichteten im mittleren Erwachsenenalter über mehr depressive Symptome — und der Effekt galt sowohl für das bevorzugte als auch das benachteiligte Kind, nicht nur für das übergangene.

  2. 2018

    Nur etwa 15 % der erwachsenen Kinder in der Stichprobe nahmen wahr, dass ihre Mutter alle Kinder gleich behandelte — Ungleichbehandlung, ob bevorzugend oder benachteiligend, war in den untersuchten Familien die Regel, nicht die Ausnahme.

Fordham University

Frances Fuchs Schachter

Bekannt für:Begründerin der Theorie der Geschwister-Deidentifikation — wie Geschwister ihre Unterschiede übertreiben, um Rivalität zu verringern

Zentrale Befunde

  1. 1976

    Bei einer Befragung von Studierenden aus Zwei- und Dreikinderfamilien war die Deidentifikation — wahrgenommene und gepflegte Unähnlichkeit — zwischen Geschwistern mit benachbarter Geburtsreihenfolge und geringem Altersabstand am stärksten ausgeprägt.

  2. 1978

    Durch Kreuzvalidierung der Selbstberichts-Ergebnisse von 1976 mit Einschätzungen von Müttern über Kleinkinder (Durchschnittsalter etwa 6,4 Jahre) bestätigte die Studie eine stärkere Deidentifikation zwischen benachbarten Geschwisterpaaren, wobei sich die Werte nach der frühen Kindheit stabilisierten.

University of Leipzig

Julia M. Rohrer

Bekannt für:Groß angelegte statistische Tests, die zeigten, dass die Geburtsreihenfolge kaum oder keinen Effekt auf die Persönlichkeit hat

Zentrale Befunde

  1. 2015

    Bei der Analyse von über 20.000 Menschen aus drei großen nationalen Panels in Deutschland, den USA und Großbritannien zeigte die Geburtsreihenfolge keinen bedeutsamen Effekt auf Extraversion, emotionale Stabilität, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit oder Offenheit, wobei Erstgeborene einen kleinen Vorteil beim gemessenen und selbstberichteten Intellekt zeigten.

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