REALITYWIPE

FORSCHENDE

Die Wissenschaft des Körperbilds: Warum der Spiegelkritiker nie liefert

4 die forschenden dahinterDas innere Skript behauptet, die Kritik sei nützlich: Beobachte dich, vergleiche dich, sag laut 'ich sehe furchtbar aus' — dann bleibst du motiviert.

University of Michigan (later University of North Carolina at Chapel Hill)

Barbara L. Fredrickson

Bekannt für:Mitautorin der Objektifizierungstheorie und der experimentellen 'Badeanzug-Studie' zur Selbstobjektifizierung

Zentrale Befunde

  1. 1997

    Schlug mit Tomi-Ann Roberts die Objektifizierungstheorie vor: Kulturen, die weibliche Körper als anzuschauende Objekte behandeln, bringen viele Frauen dazu, die Beobachterperspektive auf sich selbst zu verinnerlichen — diese gewohnheitsmäßige Selbstkontrolle vermehrt Scham und Angst und dämpft die Wahrnehmung innerer Körperzustände.

  2. 1998

    In einem Experiment berichteten Frauen, die allein vor dem Spiegel einen Badeanzug statt eines Pullovers anprobierten, mehr Körperscham und schnitten in einem anschließenden Mathetest schlechter ab — ein Beleg, dass ein Zustand der Selbstobjektifizierung Aufmerksamkeitsressourcen verbraucht.

University of Arizona

Mimi Nichter

Bekannt für:Ethnografische Forschung, die 'Fat Talk' unter jugendlichen Mädchen benannte und beschrieb

Zentrale Befunde

  1. 2000

    Dokumentierte auf Basis von drei Jahren Interviews mit Schülerinnen den 'Fat Talk' — die routinemäßige Klage 'ich bin so fett' — als ritualisierte Sprechpraxis mit sozialen Funktionen: Zuspruch suchen, Bescheidenheit zeigen und Solidarität mit Gleichaltrigen ausdrücken.

  2. 2000

    Stellte fest, dass das Reden der Mädchen über Gewicht und Diäten Gruppenzwecken diente — den eigenen Eindruck zu steuern und Zugehörigkeit zu wahren — und oft von ihrem tatsächlichen Verhalten abwich; das Reden taugte kaum als Hinweis auf ihr Verhalten oder ihre Körper.

Northwestern University

Renee Engeln

Bekannt für:Quantitative Forschung zu Fat Talk und negativem Körper-Reden unter Frauen

Zentrale Befunde

  1. 2011

    Fand mit Rachel Salk, dass 93 % der Studentinnen Fat Talk mit Freundinnen berichteten; die Häufigkeit hing mit Körperunzufriedenheit und der Internalisierung des Schlankheitsideals zusammen, nicht mit dem BMI — und die häufigste Reaktion war, dass die Freundin bestritt, die Sprecherin sei dick: eine Schleife, die zur Wiederholung einlädt.

  2. 2012

    Entwickelte und validierte mit Salk und Miller die Negative-Body-Talk-Skala und gab der Forschung damit ein standardisiertes Maß für negative Kommentare von Frauen über den eigenen Körper — verknüpft mit Körperunzufriedenheit und verwandten Größen.

University of Texas at Austin

Kristin Neff

Bekannt für:Selbstmitgefühl definiert und gemessen — und als Alternative zur Selbstkritik getestet

Zentrale Befunde

  1. 2003

    Entwickelte und validierte die Self-Compassion Scale und operationalisierte Selbstmitgefühl als Selbstfreundlichkeit versus Selbstverurteilung, geteilte Menschlichkeit versus Isolation und Achtsamkeit versus Überidentifikation — und machte das Konstrukt damit messbar für die folgende Interventionsforschung.

  2. 2015

    Zeigte mit Albertson und Dill-Shackleford in einer randomisierten kontrollierten Studie, dass drei Wochen Selbstmitgefühls-Meditation bei Frauen Körperunzufriedenheit, Körperscham und aussehensabhängigen Selbstwert gegenüber einer Warteliste verringerten — mit nach drei Monaten weiter bestehenden Effekten.

Vollständige Forschungsakte anzeigenAlle Forschenden