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Die Wissenschaft der Freelancer-Geldangst: Warum die Schwankungen mehr schmerzen als die Summe
Freelancern und Solo-Selbstständigen wird gesagt, ihr Stress sei eine Frage der Zahl — mehr verdienen, weniger Sorgen. Die Daten zeigen etwas anderes. Die Volatilität des Einkommens sagt psychisches Leid für sich genommen voraus, unabhängig davon, wie viel im Jahr tatsächlich verdient wird. Dazu kommt: Die meisten Freelancer bepreisen ihre eigene Arbeit systematisch zu niedrig — nicht wegen geringen Selbstwertgefühls, wie die Forschung nahelegt, sondern weil sie sich an alten Zahlen orientieren und ein Stigma tragen, für das dieselbe Forschung keine Grundlage in ihrer tatsächlichen Kompetenz findet. Hier ist, was fünf Jahrzehnte Forschung zu Volatilität, Preisgestaltung und der Identität Selbstständiger tatsächlich ergeben haben.
TESTE_DICH · Wie gut kennst du diese Forschung?
01 Was sagt laut der nationalen Längsschnittstudie von Prause, Dooley und Huh tatsächlich Depression voraus — das Einkommensniveau oder etwas anderes?
Prause, Dooley und Huh (2009) fanden, dass Einkommensvolatilität Depression vorhersagte, selbst nach Kontrolle des tatsächlichen Einkommens und der früheren psychischen Gesundheit — die Schwankungen selbst sind der Risikofaktor. Quelle ↗
02 Was verursachte in der U.S.-Financial-Diaries-Forschung hauptsächlich die Einkommensspitzen und -einbrüche der Familien?
Hannagan und Morduch (2015) fanden, dass Haushalte im Schnitt 2,7 Einkommensspitzen und 2,7 Einbrüche pro Jahr hatten, jeweils etwa die Hälfte eines typischen Monatseinkommens, wobei Jobverlust davon fast nichts erklärte. Quelle ↗
03 Die 2018er Studie 'Women (Still) Ask For Less' analysierte über 48.000 Freelancer-Profile auf einer großen Plattform. Was fand sie?
Foong, Vincent, Hecht und Gerber (2018) fanden, dass der selbst festgelegte Stundensatz der Median-Frau 74 % des Median-Mannes für vergleichbare Arbeit betrug — auf einer Plattform, auf der Freelancer, nicht Arbeitgeber, ihren gelisteten Satz selbst wählen. Quelle ↗
04 Die 2020er Studie von Patel und Rietveld fand, dass Selbstständige zu Beginn der Pandemie mehr kurzfristiges psychisches Leid hatten als Angestellte. Was erklärte die Lücke?
Patel und Rietveld (2020) fanden, dass das zusätzliche Leid bei Selbstständigen durch selbstberichtete finanzielle Unsicherheit und wahrgenommenes Risiko von Einkommensverlust vermittelt wurde — nicht allein durch den Status der Selbstständigkeit. Quelle ↗
05 Eine 2023er Studie verglich direkt das Selbstwertgefühl von Freelancern und Menschen in traditionellen Karrieren. Was fand sie?
Umlauft (2023) fand, dass Freelancer bei globaler Selbsteinstellung, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen höhere, nicht niedrigere Werte erzielten als Menschen in traditionellen Karrieren — was 'einfach selbstbewusster sein' als Erklärung für Unterpreisung entkräftet. Quelle ↗