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Die Wissenschaft von sozialem Vergleich und Feed-Neid

Dein Gehirn misst 'Wie stehe ich da?' am Vergleich mit anderen — das ist kein Defekt, sondern ein 70 Jahre alter Befund. Aber der Feed liefert ihm eine manipulierte Stichprobe: die geschnittenen Bestmomente aller anderen, passiv durchgescrollt, tausende Male am Tag. Die Forschung zeigt: Menschen verbergen ihre negativen Gefühle, und wir unterschätzen, wie verbreitet die Probleme anderer sind — die Anzeigetafel zeigt also immer 'alle außer dir'. Hier steht, was die Studien wirklich fanden — und was passierte, als Forschende die Dosis veränderten.

TESTE_DICH · Wie gut kennst du diese Forschung?

  1. 01 Wann verlassen sich Menschen laut Festingers Theorie von 1954 am stärksten auf den Vergleich mit anderen?

    Festinger postulierte einen menschlichen Antrieb, die eigenen Meinungen und Fähigkeiten zu bewerten; fehlen objektive, nicht-soziale Maßstäbe, geschieht dies über den Vergleich mit anderen — bevorzugt ähnlichen — Menschen. Quelle

  2. 02 Was ist 'Abwärtsvergleich' nach Wills (1981)?

    Wills' Theorie des Abwärtsvergleichs besagt: Menschen mit negativem Affekt können ihr subjektives Wohlbefinden steigern, indem sie sich — passiv oder aktiv — mit weniger Glücklichen vergleichen. Feeds liefern meist das Gegenteil: Aufwärtsziele. Quelle

  3. 03 Was fanden Jordan und Kollegen (2011) darüber, wie wir das Gefühlsleben anderer wahrnehmen?

    Weil negative Gefühle stärker unterdrückt und verborgen werden als positive, unterschätzten Menschen die Verbreitung negativer Erfahrungen Gleichaltriger — selbst bei gut bekannten Personen — und niedrigere Schätzungen sagten mehr Einsamkeit und Grübeln vorher. Quelle

  4. 04 Welche Art der Facebook-Nutzung senkte in den Experimenten von Verduyn et al. (2015) das Befinden bis zum Tagesende?

    Teilnehmende, die Facebook passiv nutzen sollten, zeigten Rückgänge im affektiven Wohlbefinden, die aktive Nutzende nicht hatten — vermittelt über Neid, sowohl im Labor als auch in der Feldreplikation. Quelle

  5. 05 Was geschah im Experiment von Hunt et al. (2018), als Studierende Social Media auf etwa 10 Minuten pro Plattform und Tag begrenzten?

    Im randomisierten Experiment zeigte die Gruppe mit begrenzter Nutzung über drei Wochen deutlich weniger Einsamkeit und Depressivität als die Gruppe mit gewohnter Nutzung — ein Beleg, dass weniger Vergleichsdosis die Ergebnisse verändert und nicht nur mit ihnen korreliert. Quelle

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