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FORSCHUNGSAKTE

Das Sünden-Framing-Skript

Das Sünden-Framing-Skript ist das internalisierte kognitive Rahmenwerk — erworben durch religiöse Erziehung und im Erwachsenenalter oft automatisch ohne bewussten religiösen Glauben laufend — das normale menschliche Unvollkommenheit, Fehler und moralische Mehrdeutigkeit durch die Linse von Sündhaftigkeit und göttlichem Urteil interpretiert. Es verwandelt gewöhnliche selbstkritische Gedanken ('Ich habe einen Fehler gemacht', 'Ich war egoistisch') in das schwerere Register der Unwürdigkeit vor Gott. Forschungen zeigen, dass dieses Skript aktive religiöse Praxis überdauert: Menschen, die keine Gottesdienste mehr besuchen oder sich nicht mehr als Katholiken identifizieren, erleben das Sünden-/Unwürdigkeitsmuster weiterhin, weil es früh als automatisches Bewertungssystem kodiert wurde, nicht als bewusst gehaltene Überzeugung.

Wie es im Kopf klingt

Das innere Skript: 'Ich war seit fünfzehn Jahren nicht mehr bei der Messe und glaube eigentlich nicht mehr, aber wenn ich bei der Arbeit einen Fehler mache, fühle ich immer noch, dass Gott mich beobachtet und beurteilt — als hätte ich als Mensch etwas grundlegend falsch gemacht, nicht nur einen Fehler.' Das Sünden-Frame läuft; es braucht keinen aktiven Glauben, um zu funktionieren.

Quellen: [1] ↗ · [2] ↗ · [3] ↗

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