FORSCHUNGSAKTE
Fat Talk
Fat Talk ist ritualisiertes negatives Reden über den eigenen Körper — 'ich sehe riesig aus darin', 'ich muss abnehmen' —, sozial ausgetauscht, meist in Erwartung von Zuspruch. Von der Anthropologin Mimi Nichter aus Feldforschung mit Teenagerinnen benannt, funktioniert es als Bitte um Solidarität statt als wörtlicher Körperbericht; in der quantitativen Forschung berichteten 93 % der Studentinnen davon, und die Häufigkeit folgte der Körperunzufriedenheit und dem verinnerlichten Schlankheitsideal, nicht der Körpergröße.
Wie es im Kopf klingt
Eine Freundin sagt 'ich sehe heute furchtbar aus', die andere antwortet 'du? Schau mich an' — und der Austausch fühlt sich wie Nähe an. Die Forschung zeigt, wie die Schleife funktioniert: Die häufigste Reaktion auf Fat Talk ist zu bestreiten, dass die Freundin dick sei — das belohnt das Ritual —, und häufigerer Fat Talk geht mit einem schlechteren Körpergefühl einher, unabhängig davon, wie der Körper ist.