FORSCHUNGSAKTE
Ingenieur-Kompetenz-Fehlkalibrierung
Ingenieur-Kompetenz-Fehlkalibrierung ist die systematische Lücke zwischen dem tatsächlichen Fähigkeitsniveau eines Ingenieurs und seiner internen Schätzung davon, die bei Hochleistenden am häufigsten in Richtung Unterschätzung verläuft. Kruger und Dunning (1999) identifizierten, dass die metakognitiven Fähigkeiten, die zur genauen Einschätzung der eigenen Leistung erforderlich sind, größtenteils dieselben Fähigkeiten sind, die hohe Kompetenz ausmachen — was bedeutet: Je fähiger der Ingenieur, desto besser versteht er den Umfang dessen, was er noch nicht weiß.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Ich habe ein Jahrzehnt damit verbracht, zu lernen, was gerade automatisiert wurde”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Das Jahrzehnt hat mir beigebracht, was ich vertrauen und was ich verwerfen sollte. Das Tool beschleunigt nur den Verwerfen-Teil.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Öffne eine leere Notiz und schreibe eine echte Entscheidung aus dem letzten Jahr auf, bei der deine Erfahrung, nicht deine Tippgeschwindigkeit, das Ergebnis verändert hat. Lies sie einmal durch und schließe die Notiz.
Wie es im Kopf klingt
Das innere Skript: 'Ich code seit sechs Jahren und kenne Rust immer noch nicht. Alle auf dieser Konferenz scheinen alles zu wissen.' Die Forschung liest den Vergleich anders: Die Ingenieure, die sich in einem Raum voller Experten am meisten überfordert fühlen, haben oft genug Expertise, um genau wahrzunehmen, wie viel es noch zu lernen gibt.