SCENE_01
Die Warteschlange beim Bäcker am Samstag
Samstagmorgen, du stehst mit der Nummer 34 in der Hand an der Bäckertheke, vor dir noch sechs Leute. Du öffnest LinkedIn, um die Zeit zu überbrücken, und siehst die Meldung: gratuliere jemandem, mit dem du früher im selben Team gesessen hast, zur neuen Position. Sein Titel heißt jetzt Bereichsleiter. Deiner steht seit drei Jahren unverändert im Profil.
SCENE_02
Der Titel, den du zuerst liest
Du liest nicht den Beitragstext, du liest den Titel, und dann rechnest du: wie lange die Person auf derselben Stufe stand wie du, wie lange dein eigener Titel schon nicht mehr aktualisiert wurde. Du steckst das Handy weg, ohne dein Profil zu ändern, weil das jetzt so wirken würde, als würdest du zugeben, wo du auf dieser Anzeigetafel stehst.
SCENE_03
Eine Tafel zählen, die niemand führt
Die Nummer 34 wird aufgerufen, und auf dem Weg zur Theke merkst du: Der Beitrag ist nur aufgetaucht, weil ein Algorithmus ihn dir diese Woche zeigen wollte, nicht weil jemand echt Buch führt, wer weiterkommt. Noch bevor du bezahlst, öffnest du eine leere Notiz auf dem Handy und schreibst drei Dinge auf, die du dieses Jahr wirklich gemacht hast, ohne sie mit einem fremden Titel zu vergleichen.