SCENE_01
Du siehst etwas Lustiges im Fernsehen
Eine Szene, ein Dialog, etwas Absurdes. Dein Mund zieht sich nach oben. Es kommt aus dir heraus, bevor du es stoppst — ein echtes Lachen, kein höfliches, sondern eines, das dich selbst überrascht. Der Moment dauert zwei, drei Sekunden. Dann frierst du ein.
SCENE_02
Die kalte Hand kommt sofort
Was fällt dir ein? Nicht: Das hat dir gerade gutgetan. Sondern: Wie kannst du? Es fühlt sich an, als hättest du gerade einen Verrat begangen, weil du frei warst für diesen einen Moment. Unbewacht. Dein Verstand sagt: Wenn ich so lachen kann, wenn es mir so gut gehen kann, dann bin ich dabei, sie loszulassen. Und loslassen bedeutet Verrat. Also sinkst du ein wenig zurück in den vertrauten Schmerz. Er ist schwer, aber er ist loyal.
SCENE_03
Loyalität wohnt nicht im Schmerz
Hier ist das, was dein Gedanke übersieht: Die Menschen, die wir geliebt haben, haben unsere Bindung an sie nicht an unsere Leiden geknüpft. Sie wollen nicht, dass wir zu ihrer Erinnerung leiden. Die Bindung trägt die Liebe weiter — aber nicht nur in den dunklen Stunden. Sie geht auch mit in die Lacher, die guten Tage, sogar in neue Freude. Du darfst lachen und dich nicht verraten fühlen. Die Treue ist nicht die Prüfung. Die Treue bist du.