SCENE_01
Die leere Zeile auf dem Namensschild
Du stehst am Anmeldetisch, dein Namensschild ist schon mit deinem Namen bedruckt, und die Standbetreuerin reicht dir einen Stift für die leere Zeile darunter. Du könntest das Wort schreiben, das auf deiner Visitenkarte steht. Doch deine Hand zögert kurz und schreibt dann 'Finanzen', größer und runder als sonst, bevor die Schlange hinter dir merkt, dass du noch schreibst.
SCENE_02
Was das größere Wort dir kaufen soll
Du redest dir ein, es sei nur ein Wort, doch insgeheim rechnest du: 'Finanzen' klingt weit und offen, ein Feld, über das man noch nachfragen könnte. 'Buchhalter' klingt wie ein schmaler Stuhl ganz hinten im Raum. Also wählst du Schild für Schild wieder das weitere Wort, in der Hoffnung, dass dein Tisch einen zweiten Blick bekommt, bevor jemand nah genug herankommt, um dich als den Zahlenmenschen abzustempeln.
SCENE_03
Der Entwurf, den sonst niemand liest
Eigentlich war nie das Namensschild das Problem — du hast deinen echten Titel behandelt wie eine kleinere Version dessen, was du tust. Statt das Wort wieder auszutauschen, holst du dein Handy heraus und schreibst dir privat einen einzigen klaren Satz darüber, was deine Rolle abdeckt. Du liest ihn einmal durch. Er hält stand, auch mit 'Buchhalter' darin.