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Die Wissenschaft des Zustimmungsbedürfnisses: Wenn die Meinung anderer zur Falle wird
"Ich brauche nur, dass die Menschen mit mir zufrieden sind" und "Ich stelle immer alle anderen an erste Stelle" können sich wie Tugenden anfühlen — Wärme, Großzügigkeit, Fürsorge. Die Kognitionswissenschaft erzählt eine weniger schmeichelhafte, aber nützlichere Geschichte. Becks Soziotrophie-Konstrukt (1983) benennt das erste Muster: die eigene emotionale Stabilität von der Zustimmung und Nähe anderer abhängig zu machen. Helgesons Konstrukt der ungemilderten Gemeinschaft (2000) benennt das zweite: so sehr auf andere fokussiert zu sein, dass man die eigenen Bedürfnisse vollständig aus den Augen verliert. Beides sagt Angst, Depression und mangelnde Selbstbehauptung voraus — nicht weil es schlecht ist, sich um Menschen zu kümmern, sondern weil man, wenn Zustimmung und die Bedürfnisse anderer zum einzigen Kompass werden, gar nicht mehr navigieren kann.