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Die Wissenschaft der Zweitkind-Schuldgefühle: Warum Liebe sich multipliziert, nicht teilt
'Wie kann ich ein weiteres Kind genauso lieben wie mein erstes?' — das ist die Frage, die sich fast jeder werdende Elternteil eines zweiten Kindes stellt. Und die Bindungswissenschaft hat eine klare Antwort: genauso wie du das erste geliebt hast. Bowlby und Ainsworths Bindungstheorie zeigt, dass sichere Bindungen kein aufzuteilender Kuchen fixer Größe sind, sondern eine Kapazität, die mit jeder Beziehung wächst. Judy Dunns jahrzehntelange Geschwisterforschung bestätigt: Anpassungsschwierigkeiten des Erstgeborenen nach der Geburt eines Geschwisterkindes sind real — und vorübergehend, lösen sich typischerweise innerhalb weniger Monate auf. Die Angst vor unzureichender Kapazität ist die Verzerrung; die Daten zeigen, dass elterliche Liebe generativ ist, nicht rationiert.