IN_ZAHLEN
Die Wissenschaft der Gründer-Untergangs-Signale: Warum eine schlechte Woche wie das Ende wirkt
"Das war's — die Firma stirbt" ist ein Gedanke, den die meisten Gründer nach einer einzigen schlechten Woche hatten. Die Wissenschaft sagt etwas weniger Dramatisches und Nützlicheres: Unternehmer zeigen erhöhte Raten psychiatrischer Erkrankungen (Freeman et al. 2019), was bedeutet, dass das Nervensystem, das diese Lesart vornimmt, bereits heißer läuft als im Durchschnitt. Lege darüber noch den Negativitätsbias — den gut replizierten Befund, dass schlechte Informationen schlicht härter treffen und länger haften als gleichwertige gute Informationen (Baumeister et al. 2001) — und eine Lesart, bei der eine schlechte Woche den Tod bedeutet, ist kein Charakterfehler. Es ist das vorhersagbare Ergebnis eines gestressten Gehirns, das darauf ausgelegt ist, Bedrohungen überzugewichten. Den Mechanismus zu kennen lässt die schlechte Woche nicht verschwinden. Es bedeutet aber, dass das alte Skript — 'Wenn ich Untergang fühle, ist der Untergang real' — meist die falsche Lesart ist.