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FORSCHUNGS_CHRONIK

Die Wissenschaft, wenn Freunde deinen Partner nicht mögen: Was soziale Zustimmung wirklich vorhersagt

Die Vorstellung, dass äußere Ablehnung die Liebe stärkt — der 'Romeo-und-Julia-Effekt' — stammt aus einer einzigen Studie von 1972 mit verheirateten und unverheirateten Paaren und hat sich nicht bestätigt. Jahrzehnte an Forschung zu sozialen Netzwerken und Beziehungen erzählen eine komplexere Geschichte: Die Meinung von Freunden und Familie gehört zu den zuverlässigeren Vorhersagen dafür, ob eine Beziehung hält; Ablehnung sagt eher weniger Liebe, Vertrauen und Bindung voraus als einen trotzigen Schub, und wie ein Partner bewertet wird — auch durch Freunde — verändert sich mit der Zeit, statt ein festes, endgültiges Urteil zu sein. Das zeigt die Wissenschaft tatsächlich dazu, wenn Freunde deinen Partner nicht mögen.

Wie sich die Wissenschaft verändert hat · 19722014

  1. 1972

    Driscoll, Davis und Lipetz befragen etwa 140 verheiratete und unverheiratete Paare und stellen fest, dass elterliche Einmischung mit einem kurzfristigen Anstieg romantischer Gefühle einhergeht — der Ursprung der populären Idee des 'Romeo-und-Julia-Effekts', der nie speziell für die Meinung von Freunden getestet wurde.

  2. 1990

    Die Hazard-Modell-Studie von Felmlee, Sprecher und Bassin zu Trennungen bei Paaren im Dating-Stadium zeigt, dass geringe Zustimmung oder offene Ablehnung durch das soziale Netzwerk eines Partners ein früheres Beziehungsende vorhersagt — ein stärkerer Prädiktor als mehrere im selben Modell untersuchte individuelle und paarbezogene Faktoren.

  3. 1995

    Felmlees Studie 'Fatal Attractions' zeigt, dass bei etwa 29 % der Trennungen eine Eigenschaft, die zunächst anziehend wirkte, später zum Kritikpunkt wurde — ein Beleg dafür, dass Urteile über einen Partner, auch soziale, sich mit fortschreitender Beziehung verändern, statt festzustehen.

  4. 2000

    Sprecher und Felmlee begleiten romantische Paare über die Zeit und stellen fest, dass die Sichtweise von Freunden und Familie auf den Partner nicht schon beim ersten Treffen feststeht — sie verändert sich mit Beziehungsübergängen wie Exklusivität oder Zusammenziehen.

  5. 2006

    Die Forschung von Lehmiller und Agnew zu 'marginalisierten Beziehungen' zeigt, dass Paare, deren Beziehung auf soziale Ablehnung stößt — und die sich deshalb als Paar weniger in ihr Netzwerk integrieren — ein geringeres Commitment berichten, unabhängig davon, wie positiv die Partner sich privat zueinander fühlen.

  6. 2011

    Sprechers Übersichtsarbeit zu Jahrzehnten sozialer Netzwerkforschung kommt zu dem Schluss, dass Zustimmung von Freunden und Familie des Partners sowie die Integration in deren Kreis studienübergreifend konsistent mit größerer Beziehungsstabilität und -zufriedenheit verbunden sind.

  7. 2014

    Sinclair, Hood und Wright wiederholen die Analyse von Driscoll und Kollegen aus dem Jahr 1972 direkt an einer neuen Stichprobe und finden keinen Beleg für einen 'Bumerang'-Effekt — Ablehnung durch das Netzwerk sagt stattdessen weniger Liebe, Vertrauen und Bindung voraus und untergräbt damit die populäre Version des Romeo-und-Julia-Effekts.

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