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Die Wissenschaft der Neue-Führungskraft-Angst: Warum sich die Beförderung nicht verdient anfühlt
"Ich wurde befördert, weil ich meine Arbeit gut mache, also mache ich einfach weiter dieselbe Arbeit, nur besser, von vorne." Klingt nach einem Plan. Die Forschung zum Übergang ins Management erzählt eine härtere Geschichte: Etwa 60 % der neuen Führungskräfte bleiben in den ersten zwei Jahren unter ihren Möglichkeiten oder scheitern ganz — und die schärfsten Schwierigkeiten häufen sich bei Menschen, die aus dem eigenen Team heraus befördert wurden. Formale Autorität über Menschen zu haben, die letzten Monat noch Kollegen waren, erzeugt eine ganz eigene Angst — eine Lücke zwischen dem Titel an der Tür und der Legitimität, die man beim Hindurchgehen tatsächlich spürt. Unbenannt treibt diese Angst Menschen zu zwei teuren Gewohnheiten: Zustimmung statt Respekt zu jagen, und genau die direkten Feedbackgespräche zu vermeiden, die die eigenen Mitarbeiter sich am meisten wünschen. Nichts davon ist ein Charakterproblem. Es ist eine vorhersehbare, gut dokumentierte Kollision zwischen der Psychologie der Autorität und der Psychologie des Gemochtwerdens.
TESTE_DICH · Wie gut kennst du diese Forschung?
01 Vielzitierte, von CEB/Gartner erfasste Forschung beziffert den Anteil neuer Führungskräfte, die in den ersten zwei Jahren unter ihren Möglichkeiten bleiben oder scheitern, auf etwa:
Die Forschung von CEB (heute Teil von Gartner) beziffert die Zahl auf rund 60 % — eine der meistzitierten Statistiken in der Literatur zum Führungsübergang, und eine Erinnerung daran, dass Schwierigkeiten in den ersten zwei Jahren die statistische Norm sind, nicht die Ausnahme. Quelle ↗
02 Was unterscheidet laut dem klassischen Machtmodell von French und Raven 'legitime Macht' davon, von einem Team einfach gemocht zu werden?
Das Modell von French und Raven aus 1959 behandelt legitime Macht (verliehen durch Titel, Struktur und organisationale Sanktionierung) als eigenständig gegenüber Referenzmacht (Sympathie oder Identifikation) — eine neue Führungskraft kann von der einen viel und von der anderen sehr wenig besitzen. Quelle ↗
03 Was verstanden in Linda Hills Längsschnittstudie mit 19 neuen Führungskräften fast alle zunächst falsch am Job?
Hills Forschung fand, dass fast alle 19 auf die Frage, was Manager-Sein bedeute, mit Rechten und Privilegien statt mit Pflichten begannen — eine Diskrepanz, die ihr Buch von 1992 als zentrale Ursache der Identitätsdesorientierung im ersten Jahr dokumentiert. Quelle ↗
04 Die Metaanalyse von Kluger und DeNisi über mehr als 600 Feedbackstudien ergab, dass etwa welcher Anteil der Interventionen die Leistung der Empfänger tatsächlich verschlechterte?
Ihre Metaanalyse von 1996 ergab, dass Feedback die Leistung im Durchschnitt verbesserte, aber fast ein Drittel der Interventionen sie verschlechterte — ein Beleg dafür, dass die Art der Übermittlung genauso wichtig ist wie die Tatsache, ob überhaupt Feedback gegeben wird. Quelle ↗
05 Was fand Tasha Eurichs Forschung über 'externe Selbstwahrnehmung' (wie genau Menschen wissen, wie andere sie sehen) heraus, sobald jemand Macht oder Autorität erlangt?
Eurichs Synthese von zehn Studien ergab, dass Machtgewinn insbesondere die externe Selbstwahrnehmung verringert — neu ernannte Führungskräfte sind also oft gerade dann am schlechtesten gerüstet, wenn sie einschätzen müssten, wie ihre neue Rolle beim Team ankommt. Quelle ↗