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Die Freundschaftsrezession: Was die Daten wirklich über schrumpfende soziale Kreise zeigen
Wenn dein inneres Skript sagt 'alle anderen haben einen vollen Freundeskreis und nur meine Freundschaften sind ausgedünnt', widersprechen die Daten. 2021 gaben 12 % der Amerikaner an, keinen einzigen engen Freund zu haben — viermal so viele wie die 3 % von 1990 — und der Anteil der Männer ohne engen Freund stieg von 3 % auf 15 %. Zeitverwendungsdaten zeigen: Die tägliche Zeit mit Freunden fiel von rund 60 Minuten im Jahr 2003 auf etwa 20 im Jahr 2020. Nichts davon ist ein persönlicher Defekt: Freundschaft lebt von wiederholtem, ungeplantem Kontakt und gemeinsamen Stunden — rund 200 für einen engen Freund — und das Erwachsenenleben hat leise aufgehört, beides zu liefern. Hier siehst du, wie sich die Wissenschaft der Freundschaftsrezession entwickelt hat — inklusive der Debatte darüber, wie schlimm es wirklich ist.
TESTE_DICH · Wie gut kennst du diese Forschung?
01 Welcher Anteil der Amerikaner gab in der American Perspectives Survey 2021 an, keinen einzigen engen Freund zu haben?
Die Umfrage des Survey Center on American Life vom Mai 2021 ergab: 12 % der Amerikaner nannten keinen engen Freund, gegenüber 3 % 1990 — einer der klarsten Marker dessen, was die Autoren die Freundschaftsrezession nannten. Quelle ↗
02 Wie viele gemeinsame Stunden braucht es laut Jeffrey Halls Forschung von 2018 ungefähr, um aus einem Bekannten einen engen Freund zu machen?
Hall fand eine Dosierungskurve: rund 50 Stunden vom Bekannten zum lockeren Freund, etwa 90 bis zum Freund und über 200 bis zum engen Freund — wobei Abhängen und bedeutsame Gespräche weit mehr zählten als bloß gemeinsam verbrachte Arbeitsstunden. Quelle ↗
03 Was berichteten McPherson, Smith-Lovin und Brashears beim Vergleich der Kern-Diskussionsnetzwerke der Amerikaner von 1985 und 2004?
Im Vergleich der General Social Surveys von 1985 und 2004 berichteten sie, dass die mittlere Zahl der Vertrauten von 2,94 auf 2,08 fiel, die häufigste Antwort von drei Vertrauten auf null wechselte und die berichtete Isolation sich fast zu verdreifachen schien. Quelle ↗
04 Was war Claude Fischers Kritik von 2009 am berühmten Befund der 'schrumpfenden Netzwerke'?
In der American Sociological Review argumentierte Fischer, die berichtete Fast-Verdreifachung der Isolation sei angesichts von Anomalien in den GSS-Daten und gegenteiligen Befunden anderswo unplausibel und wohl ein Artefakt des Erhebungsverfahrens — die Autoren antworteten, und die Debatte wurde zur bleibenden Mahnung bei der Messung von Isolation. Quelle ↗
05 Wie veränderte sich laut den vom US Surgeon General zitierten Daten der American Time Use Survey die tägliche Zeit der Amerikaner mit Freunden von 2003 bis 2020?
Zeitverwendungsanalysen der American Time Use Survey 2003–2020, hervorgehoben im Einsamkeits-Advisory des Surgeon General von 2023, zeigen: Die tägliche Zeit mit Freunden fiel von rund 60 auf etwa 20 Minuten — ein struktureller, gesamtgesellschaftlicher Rückgang der Freundschaftszeit, kein individueller. Quelle ↗