FORSCHUNGSAKTE
Der Liebling und die Kontrastfolie
Dieser Mechanismus ist der Sog, sich an einem Geschwisterteil zu messen statt an den eigenen Maßstäben — weil die differenzielle Behandlung eines Elternteils den Vergleich von Anfang an unvermeidlich gemacht hat. Als bevorzugt oder als Kontrastfolie besetzt zu werden, hat in beiden Fällen einen Preis: wahrgenommene väterliche Bevorzugung sagt mehr Geschwisterspannungen vorher, und sich als Liebling herausgehoben zu fühlen sagt ebenso mehr depressive Symptome voraus wie das Gefühl, übergangen zu werden.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Mein Geschwisterkind war immer der Liebling”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Die Vorliebe meiner Eltern für mein Geschwisterkind ist eine Tatsache über ihre Aufmerksamkeit, nicht über meinen Wert.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Schreib auf, wer in deinen nächsten drei Familiengesprächen der Fokus war — ohne zu bewerten, was das bedeutet. Sag es niemandem. Lies die Liste und wähle: Sind das Hinweise oder nur verschiedene Tage?
Wie es im Kopf klingt
Das innere Skript: 'Egal was ich tue, es wird nie so viel zählen wie das, was sie getan hat.' Oder, vom anderen Platz aus: 'Ich muss mir diesen Platz ständig neu verdienen, sonst verliere ich ihn.' Beide Skripte stammen aus derselben Quelle — im Gegensatz zu einem Geschwisterteil definiert zu werden statt nach den eigenen Maßstäben.