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FORSCHUNGSAKTE

Ideologie der intensiven Elternschaft

Die Ideologie der intensiven Elternschaft ist das kulturell vermittelte Überzeugungssystem — 1996 von der Soziologin Sharon Hays 'intensive Mutterschaft' genannt —, nach dem gute Elternschaft kindzentriert, expertengeleitet, emotional aufzehrend, arbeitsintensiv und teuer sein muss, mit den einzelnen Eltern als Hauptverantwortlichen. Sie wirkt als ständig steigender Standard: Weil 'mehr' immer möglich ist, kann kein realer Elternteil ihn erfüllen, und die Forschung verknüpft die Zustimmung zu diesen Überzeugungen inzwischen direkt mit elterlichen Schuldgefühlen und Burnout.

DIE ÜBUNG ANSEHEN

Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.

DER GEDANKE

Ich bin ausgerastet — ich bin ein schlechter Elternteil

DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT

Der unreparierte Bruch ist der Schaden — nicht der Fehler selbst. Ich kann heute noch zurückgehen.

EIN PRIVATER SCHRITT

Schreib in drei Sätzen auf, was du deinem Kind heute sagen möchtest, um den Moment gutmachen. Lies es laut vor, für dich allein. Beobachte, ob die Worte größer wirken als der Fehler.

Wie es im Kopf klingt

Du verbringst einen Abend mit Spielen, Vorlesen und Kochen für deine Kinder und liegst dann wach und spulst die zwanzig Minuten Tablet zurück — weil die Ideologie dich an 'Eltern, die auch diese Minuten genutzt hätten' misst. Der messende Standard ist kein wissenschaftlicher Maßstab; er ist eine in den 1990ern benannte kulturelle Konstruktion, die die Forschung mit Schuldgefühlen und Burnout verknüpft.

Quellen: [1] ↗ · [2] ↗

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