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Die Wissenschaft von Status- und Lifestyle-Vergleichen: Warum das Mithalten mit den Nachbarn in uns verdrahtet ist
"Warum fuhle ich mich arm, obwohl ich mehr verdiene?" und "Warum sieht das Leben aller anderen auf Instagram so viel besser aus?" fuhlen sich wie personliche Versagen an. Verhaltensokonomie und Sozialpsychologie erzahlen eine weniger schmeichelhafte, aber nutzlichere Geschichte: Menschen sind Vergleichsmaschinen, keine Vermogensakkumulatoren. Luttmers wegweisende Studie von 2005 fand, dass die Einkommen der Nachbarn das eigene Wohlbefinden zuverlassiger vorhersagen als die eigene Gehaltserhohung. Eine Metaanalyse von 2014 uber 259 Studien bestatige: Materialismus — Selbstwert an Besitz zu knupfen — sagt kulturubergreifend zuverlassig geringeres Gluck voraus. Weltbank-Okonomen fanden, dass Ungleichheit selbst Haushalte zum Schuldenmachen fur Statuskonsum treibt, nicht personliche Schwache. Das alte Skript — 'Du musst einfach aufhoren, neidisch zu sein' — verkennt die Architektur. Relatives Einkommen, sozialer Vergleich und das Easterlin-Paradox sind Eigenschaften der menschlichen Psychologie, keine Fehler, die man mit Willenskraft beheben kann.