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Die Wissenschaft der jüdischen Diaspora-Hypervigilanz: Minderheitenstress, Postmemory und das Fluchtplan-Skript
Für viele Juden in der Diaspora läuft eine innere Stimme leise im Hintergrund: Ist es hier sicher? Passe ich dazu? Was ist der Fluchtplan, wenn sich die Dinge ändern? Forschungen aus Soziologie, Traumapsychologie und Epigenetik zeigen nun, dass dieses hypervigilante Selbstgespräch nicht irrational ist — es ist das vorhersehbare Produkt dreier überlappender Kräfte: Minderheitenstress (die chronische Belastung, in einer Welt zurechtzukommen, in der die eigene Gruppe ein Ziel ist), intergenerationelles Trauma (biologische und psychologische Echos, die von Überlebenden von Genozid und Verfolgung weitergegeben werden) und Postmemory (das Erbe katastrophischer Geschichten durch Familienerzählungen, Objekte und Schweigen). Zu verstehen, woher diese Skripte kommen, ist der erste Schritt, um zu wählen, welche davon noch nützlich sind.