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Die Wissenschaft des Entwicklungstempos: Warum Velocity-Vergleiche die falsche Kennzahl sind
«Sie liefert doppelt so schnell wie ich — ich bin wohl nicht dafür gemacht» ist die Art von Gedanken, die Software-Ingenieure ständig durchspielen, meistens um 23 Uhr vor einem halbfertigen PR. Was die Forschung zeigt: Dieser Vergleich steht auf wackligem Fundament. Der ursprüngliche Befund des '10x-Programmierers' stammt aus 12 Personen in einer Studie von 1968, die die Zeit für eine einzelne Aufgabe unter Bedingungen maß, die kaum mit moderner Softwarearbeit vergleichbar sind. Ein halbes Jahrhundert später dokumentierte das SPACE-Framework, dass Entwicklerproduktivität mehrdimensional ist — Geschwindigkeit ist ein Ausschnitt eines viel größeren Bildes, und die anderen Ausschnitte sind in Peer-Vergleichen oft unsichtbar. Eine systematische Kartierung der Burnout-Literatur stellte derweil fest, dass chronische Überlastung ein verlässlicher Prädiktor für Ingenieur-Burnout ist — kein Zeichen außergewöhnlicher Hingabe. Das alte Skript — 'arbeite schneller, beweise deinen Wert' — steht im Widerspruch zu dem, was die Evidenz über gutes Ingenieurwesen zeigt.