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FORSCHUNGS_CHRONIK

Die Wissenschaft der Freundschaft nach der Geburt eines Kindes: Warum dein Netzwerk schrumpft (und wohin es geht)

Es fühlt sich persönlich an, wenn eine enge Freundin nach der Geburt deines Kindes nicht mehr zurückschreibt — als wäre das der Beweis, dass sie dich nie wirklich geschätzt hat. Panelstudien, die dieselben Menschen vor und nach der Elternschaft begleiten, erzählen eine strukturellere Geschichte: Elternschaft verringert messbar den Kontakt zu Freunden und erhöht den Kontakt zu Nachbarn und anderen Eltern — aus praktischen, gut belegten Gründen, die nichts damit zu tun haben, wie sehr jemand dich mochte. Hier siehst du, was sich in der Forschung geändert hat und was mit einem Freundschaftsnetzwerk tatsächlich passiert, wenn ein Kind kommt.

Wie sich die Wissenschaft verändert hat · 19972022

  1. 1997

    Munch, McPherson und Smith-Lovin veröffentlichen im American Sociological Review die erste große empirische Untersuchung zu Kindererziehung und engem sozialem Kontakt: Kinder zu haben verändert, wer im eigenen Netzwerk steckt — bei Müttern und Vätern unterschiedlich.

  2. 2002

    Bost, Cox, Burchinal und Payne begleiten Paare im Journal of Marriage and Family durch den tatsächlichen Übergang zur Elternschaft und dokumentieren strukturelle Veränderungen sowohl im Familien- als auch im Freundschaftsnetzwerk, sobald das Baby da ist.

  3. 2003

    Kalmijns Studie in Social Networks über verheiratete und zusammenlebende Paare zeigt, dass Freundschaftsnetzwerke sehr empfindlich auf Lebensübergänge reagieren — eine Grundlage für spätere Arbeiten, die genau untersuchen, was bei der Elternschaft passiert.

  4. 2003

    Nomaguchi und Milkie verfolgen landesweit 1.933 zuvor kinderlose Erwachsene und stellen fest, dass Elternschaft sowohl Kosten als auch Belohnungen mit sich bringt — und, kontraintuitiv, dass der Gesamtwert der 'sozialen Integration' bei frischgebackenen Eltern steigt, obwohl alte Freundschaften unter Druck geraten.

  5. 2009

    Rawlins' The Compass of Friendship argumentiert, dass Freundschaft sich nie von selbst erhält — sie braucht über Lebensübergänge hinweg aktive, fortlaufende Pflege, sonst rutscht sie still nach hinten, ganz ohne Verrat.

  6. 2012

    Kalmijn veröffentlicht die erste Within-Person-Fixed-Effects-Panelevidenz (12 Jahre, Swiss Household Panel): Elternschaft bewirkt eine messbare Verschiebung hin zu lokalen Bindungen — Kontakt zu Freunden und Bekannten sinkt, Kontakt zu Nachbarn steigt, besonders bei Frauen.

  7. 2022

    Weiss, Lawton und Fischer zeigen, dass die Geburt eines Kindes statistisch signifikanten Netzwerk-'Churn' und einen vorübergehenden Rückgang des Vertrauens in die Unterstützung durch das Netzwerk vorhersagt — verursacht, so ihre These, durch die Diskontinuität zu früheren Freunden, während neue, noch unbewährte Bindungen entstehen.

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