FORSCHUNGSAKTE
Das Überwachungs-Vertrauens-Paradox
In mehreren Studien hängt das Partnerüberwachungsverhalten weit mehr mit der eigenen Bindungsangst und dem Vertrauensniveau der überwachenden Person zusammen als mit dem tatsächlichen Verhalten des Partners — und mehr Überwachung geht mit mehr Eifersucht und geringerer Beziehungszufriedenheit einher, nicht weniger. Die Überwachung verhält sich wie ein Symptom, das für eine Lösung gehalten wird.
DIE ÜBUNG ANSEHEN
Mach aus einem Gedanken, den diese Forschung erklärt, einen klaren Schritt.
DER GEDANKE
“Sie bekommen den ganzen Tag Benachrichtigungen und zeigen sie mir nicht”
DEINE AUFGENOMMENE ANTWORT
“Eine Benachrichtigung, die er nicht zeigt, ist eine Benachrichtigung — nicht eine versteckte Wahrheit.”
EIN PRIVATER SCHRITT
Beobachte drei Mal, wenn sein Handy eine Meldung bekommt, ohne die nächste Frage zu stellen. Bemerke nur: Läuft mein Bedrohungssystem gerade? Schreib das auf, ohne ihn zu fragen, was es war.
Wie es im Kopf klingt
Das innere Skript: 'Wenn ich im Blick behalte, mit wem er/sie spricht, werde ich mich endlich sicher fühlen.' Die Daten sagen: Das Checken korreliert mit der Zeit mit weniger, nicht mehr Sicherheitsgefühl — verfolgt wird eigentlich die Schleife, nicht der Partner.
TESTE_DICH · Wie gut kennst du diese Forschung?
01 Womit geht im Überwachungs-Vertrauens-Paradox mehr Partner-Checken einher?
Marshall und Kollegen fanden, dass mehr Überwachung mit geringerem Vertrauen und stärkerer alltäglicher Eifersucht einherging — das Gegenteil dessen, was das Checken bewirken soll. Quelle ↗
02 Was treibt laut Fox und Warber (2014) tatsächlich den Drang an, den Partner zu überwachen?
Beziehungsunsicherheit sagte Überwachung vorher, und Bindungsangst war es, die diese Unsicherheit erhöhte — nicht Belege für das tatsächliche Verhalten des Partners. Quelle ↗
03 Über welchen Weg verband der Facebook Intrusion Questionnaire (Elphinston & Noller, 2011) obsessives Partner-Checken mit Beziehungsunzufriedenheit?
Facebook-Intrusion sagte geringere Beziehungszufriedenheit speziell über eifersüchtige Gedanken und Überwachungsverhalten vorher — derselbe Mechanismus, der sich durch die gesamte Überwachungs-Vertrauens-Forschung zieht. Quelle ↗