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FORSCHUNGSAKTE

Sexuelle Scham aus der Reinheitskultur

Sexuelle Scham aus der Reinheitskultur ist der verinnerlichte Glaube, dass sexuelles Verlangen, Erregung oder Sexualgeschichte eine Person moralisch kontaminiert — nicht nur im konkreten Fall verhaltensmäßig falsch, sondern grundlegend als Mensch fehlerhaft. Im Gegensatz zu Schuld, die auf eine Handlung zielt ('Ich habe etwas Falsches getan'), zielt Scham auf das Selbst ('Ich bin etwas Falsches'). Die Forschung dokumentiert, dass sowohl die Exposition gegenüber Reinheitslehre in der Kindheit als auch die Akzeptanz ihrer Überzeugungen im Erwachsenenalter sexuelle Scham im Erwachsenenalter unabhängig voneinander vorhersagen — und dass die Scham in ehelichen Kontexten anhält und sexuelles Funktionieren und Zufriedenheit noch Jahre nach dem Verlassen der Reinheitskulturumgebung beeinträchtigt.

Wie es im Kopf klingt

Das innere Skript: 'Ich fühlte mich zu jemandem hingezogen und fühlte mich sofort ekelhaft — mein Körper ist ein Problem, das ich managen muss.' Oder, nach Jahren in der Ehe: 'Ich weiß, dass ich das jetzt genießen soll, aber es fühlt sich immer noch falsch an.' Das Skript ist älter als das Verhalten und überdauert die Theologie.

Quellen: [1] ↗ · [2] ↗ · [3] ↗

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